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Im Dunkeln

Man kann sich darauf verlassen, dass der Stom in Nairobi ausfällt, wenn es regnet. Für die meisten Menschen hier ist das extrem nervig - wa man daran messen kann, wie sehr viele Kenya Light and Power hassen, den einizgen Stromversorger in Kenia. Ganz zu schweigen von den Millionen von Euros die in der WIrtschaft durch einen Stromasufall von über zwölf stunden vernichtet werden müssen.

Candle

Aber es hat auch seine guten Seiten. Ohne Stom und damit die Möglichkeit im Internet zu recherchieren, kann ich momentan nicht wirklich meine Arbeit machen - eine Energiebilanz unseres Grundstücks in Nairobi mit dem Ziel Einsparpotentiale zu identifizieren und Emissionen und Verbräche beziffern zu können. Ohne Aufgaben verliert auch die Zeit ihre Bedeutung und man lebt mehr im Moment. Selbstverständlich ist der Effekt hauptsächlich psychologisch. Aber wenn ich so ganz im Dunkeln sitz in Bezug auf die Raumbeleuchtung und die Photonen in den Glasphaserkabel des Internets, ist meine Verbindung zur Welt quasi nicht mehr vorhanden. Dadurch scheinen die ganzen selbstauferlegten Pflichten des Alltags weniger dringend und das Leben spielt sich mehr im Moment ab und es bildet sich Raum für frische Gedanken. Kurzum, es kann eine wirkliche Inspirationsquelle sein. Insbesondere in unsere so mit Informationen übeladenen Welt, in der es die Hauptaufgabe geworden ist Informationen nutzbar zu machen und Entscheidungen zu treffen. Niemals in der Geschichte war es so einfach neue Fähigkeiten zu erlernen und niemals war es so schwer sich von all den externen Einflüssen zu befreien und eine Zeit lang mit sich selbst zu sein. Zeitwiese von all diesem Informationsüberfless zwangsgetrennt zu werden kann daher gelegentlich ganz gut tun.

Man findet Zeit für Dinge, die sonst immer liegen bleiben: Zum Beispiel um spontan einen Blogeintrag zu schreiben, den man nicht geplant hatte, sich Zeit zum lesen zu nehmen, ein Gespräch zu führen für das man sonst nie Zeit findet, im Dunkeln mit den Fingern zu essen ganz ohne lästiges Besteck, um eine Mail zu schreiben, die man schon seit Wochen aufschiebt oder um einfach mal eine Zeit lang nur so da zu sitzen und nachzudenken. Es ist also garnicht so schlecht gelegentlich mal zu einer Pause im Alltag gezungen zu werden. Alle die sich auch manchmal mit unserer so vernetzten und informationsübersättigeten Welt überfordert fühlen, kann ich nur empfehlen mal auszuprobieren einen Tag ohne Strom zu leben (das ist ein bisschen wie ein Kurzurlaub in der Natur).

Dinner in the Dark Sam at the Fire

Das ganze gillt natürlich nur so lange man noch ein iPad mit genug Batterieladung hat um einen Blogeintrag zu schreiben ;-)

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