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Ein neues Logo für
Springs of Africa

Leider gibt es weitere Verzögerungen durch ungeklärte Landbesitzverhältnisse in Got Osimbo, welche uns davon abhalten, mit dem geplanten Projekt voranzukommen. Aus diesem Grund konzentriere ich meine Arbeit momentan auf andere Bereiche: unter anderem administrative Arbeit für Springs of Africa.

Springs of Africa agiert nicht als übergeordnet kontrollierende, zentralisierte Entwicklungshilfe-Organisation, vielmehr ist es eine Öffentlichkeits-, Netzwerk- und Finanzierungs-Plattform für nachhaltige und lokale Entwicklungsprojekte. Springs of Africa hat das Ziel, Menschen in Ostafrika zu ermutigen und in die Lage zu versetzen, eine zukunftsfähige Entwicklung Ostafrikas eigenverantwortlich zu verfolgen und umzusetzen. Projekte sind u.a. Schulen, Mikrokredit-Initiativen, Ausbildungsprojekte in nachhaltiger Landwirtschaft, Baumschulen und in Zukunft auch der Ausbau erneuerbarer Energien, wie z.B. Biogas-Nutzung, sowie das Erlernen und konkrete Training eines nachhaltigen Lebensstils. Aber unser PR-Material ist etwas veraltet und lückenhaft und wir möchten gerne den Wert des Netzwerks für die Aktivisten verbessern. Außerdem sind in letzter Zeit Projekte aus neuen Bereichen hinzugekommen, so dass wir unser Leitbild und unsere Strukturen anpassen müssen. Eine meiner Aufgaben in diesem Zusammenhang ist die Mitarbeit in der Organisationsentwicklung und insbesondere die Neugestaltung und Neustrukturierung unserer ziemlich veralteten Internet Präsenz. Meine erste Aufgabe, um das neue Organisationsprofil zu kommunizieren, war die Gestaltung eines Logos und wir haben diese Arbeit gerade abgeschlossen. Das Ergebnis ist hier zu sehen:

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Das Konzept hinter dem Logo

Im weiteren Verlauf dieses Artikels werde ich den Entstehungsprozess des Logos beschreiben. Dabei werde ich zunächst auf das Konzept und danach auf den Designprozess eingehen. Eine Idee für ein Logo zu finden, welches nachhaltige lokale Entwicklungsarbeit repräsentiert, war nicht gerade einfach. Aber mit Hilfe meiner Freundin Anika und meinem kenianischen Freund Julius fand ich schließlich nach einigem „Brainstorming“ über 2 Monate hinweg eine Idee, die mir gefiel.

Die erste Idee, die ich allerdings schnell wieder verwarf, war, dass das Logo den Namen „Springs of Africa“ (Quellen von Afrika) verbildlichen könnte. Aber mit dem Namen an sich assoziiert man nicht unbedingt, dass es um Entwicklungsarbeit geht - es könnte genauso gut um Mineralwasser gehen. Das Logo sollte also verdeutlichen, dass Springs of Africa nur wenig mit Wasser zu tun hat, sondern, dass „Quelle“ metaphorisch verstanden werden sollte. Das Logo muss bei uns ja nicht den Namen ersetzen und isoliert stehen können, wie es bei großen kommerziellen Marken wie Apple oder Polo ist. Daher entschied ich, dass es ausreicht, „Afrika“ im Namenszug deutlich hervorzuheben, anstatt ein Symbol für Afrika zu finden - insbesondere, da mir der geographische Umriss nicht besonders gut geeignet für diesen Zweck erschien.

Trotzdem wollte ich, dass das Logo mit dem Namen eine harmonische Einheit bildet. So gestaltete ich einen Wassertropfen, der die äußeren Umrisse des Logos bildet. Dieser verdeutlicht das Wasser, die Quelle in ihrer metaphorischen Bedeutung: also nicht H₂O, sondern Quelle als Metapher für nachhaltige lokale Entwicklungsarbeit. Weiterhin ist der Wassertropfen ein Zeichen für Veränderung - das Wasser in seiner sich kontinuierlich verändernden Gestalt sowie als Grundlage für Wachstums. Und Wasser steht für die Kraft und die Vielfalt der Gemeinschaft - die vielen Tropfen, die einen großen, reißenden Fluss bilden - sowie für das Potential sich auszubreiten - wie der Tropfen, der weite Kreise zieht.

Die größte Herausforderung war es, das menschliche Element der Arbeit zu repräsentieren ohne auf überbeanspruchte Stereotypen (Menschen rund um den Globus halten Händchen) zurückzugreifen. Aber die Idee mit der geöffneten Hand von unserer alten Webseite gefiel mir. Die Position der Hand ist empfangend und unterstützend zugleich, was unsere Überzeugung verdeutlicht, dass Wandel durch Individuen geschieht, die durch Training, materielle Unterstützung und Gemeinschaft bestärkt werden.

Die Vision von Springs of Africa ist es, Menschen dabei zu unterstützen, etwas zu verändern und einen nachhaltigen Lebensstil zu propagieren. Der Baum ist das universellste und eindeutigste Symbol für naturverbundenes Leben und nachhaltiges Wachstum. Als Wachstumssymbol verdeutlicht er, wie aus einem kleinen Setzling etwas Großes, Schützendes und Nährendes entstehen kann. Daher wollte ich dieses Bild, diese Metapher, im Logo verwenden.

Weiterhin hat Springs of Africa seine Wurzeln im christlichen Glauben, jedoch ist es eine säkulare Organisation. Daher wollte ich keine direkten christlichen Symbole verwenden. Aber das Logo gibt Hinweise auf die christlichen Wurzeln: Der Wassertropfen steht für das Wasser des Lebens (Johannes 4,14), die Blätter haben die Form von Flammen, ein Abbild für den Heiligen Geist (Matthäus 3,11). Sie haben auch die Farben des Regenbogens, welcher das Symbol für den Bund zwischen Gott und Menschen ist (Genesis 9,13), ein Zeichen für Gottes Liebe zu den Menschen sowie unsere Verantwortung, die Schöpfung zu bewahren (Genesis 1,28 & 2,15).

Shapes and Colors

Die drei Formen - Tropfen, Hand und Baum - verdeutlichen also die Ideale von Springs of Africa. Die Farben der Blätter spiegeln die Struktur wieder: Viele verschiedene Initiativen und Akteure formen miteinander Springs of Africa. Die drei Hauptfarben - blau, grün und orange - stehen für die drei Hauptarbeitsbereiche von Springs of Africa.

The Design Process

Soweit so gut, ich hatte also eine schöne Idee für ein Logo und Diane Omondi gefiel diese auch. Jetzt musste diese also nur noch umgesetzt werden. Es war natürlich nicht ganz einfach so viele verschiedene Elemente harmonisch miteinander zu verbinden und trotzdem dafür zu sorgen, dass sie alle noch gut erkennbar sind. Mein Startpunkt war ein Logo, welches ich im Internet gefunden hatte plus eine einfache Tropfen- und Hand-Form.

First Idea

Natürlich war dies noch weit von etwas Nutzbarem entfernt. Zuerst wollte ich mich näher mit dem Element „Hand“ auseinandersetzen. Ich nahm also ein Foto meiner Hand in der gewünschten Position auf, importierte es in Photoshop, isolierte die Umrisse, fügte eine Tropfenform hinzu und malte mit dem Pinsel-Werkzeug einige Zweige. Ich stellte sehr schnell fest, dass das Zeichnen mit der Computermaus natürlich nichts taugte. Also druckte ich das Bild aus, nahm einen Bleistift zur Hand, pauste die Formen grob ab und begann zu skizzieren. Als ich einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis war, legte ich das Papier über mein iPad und fuhr die Linien mit einem Stylus nach, um eine digitale Version zu erstellen.

Sketches for the Hand

Die Übung lehrte mich, dass die charakteristischsten Umrisse einer Hand die Gelenke und Fingerspitzen sind (und auch, dass ich eine Karriere als Zeichner ausschließen kann). In dieser Skizze sah der Baum noch ziemlich schrecklich aus und auch die Form des Tropfens schien uninteressant. Ich versuchte es mit einer leicht asymmetrischen Form für den Tropfen, die sofort interessanter aussah. Als Nächstes öffnete ich das Bild auf meinem iPad, legte eine neues Blatt Papier über selbiges, nahm einen dünnen Kugelschreiber zur Hand, pauste die Formen grob durch und begann diese zu verfeinern. Nachdem ich damit fertig war, fotografierte ich das Resultat und digitalisierte die Form mit dem Zauberstab-Werkzeug in Photoshop.

Sketches for the Drop and the Tree

Nun sah der Baum zwar deutlich natürlicher aus, aber die Hand war gar nicht mehr akzeptabel. Daher fügte ich das digitale Bild der Hand erneut ein und war mit dem Gesamteindruck recht zufrieden. Auch Diane war überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg waren - ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch eine farbige Version inklusive Schriftzug erstellt. Dennoch waren wir uns darüber im Klaren, dass noch einiges an Detailarbeit nötig sein würde. Allerdings hatte ich schon mindestens 10 Stunden an dem Logo gearbeitet und so war es Zeit, eine Nacht über dem Entwurf zu schlafen.

Am nächsten Tag begann ich damit, die Umrisse der Hand und des Tropfens mit dem Pfad-Werkzeug in Illustrator zu erstellen. Der Versuch, das Astwerk auf dieselbe Weise zu erstellen, zeigte mir schnell, dass es viel zu kleinteilig war Umrisse mit dieser Methode zu verfeinern und ich nicht in der Lage sein würde wohlgeformte und ausgeglichene Blattformen zu kreieren. Also druckte ich Tropfen und Hand in großem Format aus und versuchte mich wieder mit dem Bleistift. Nach zigfachem Skizzieren und Radieren war ich schließlich zufrieden. Ich fotografierte das Resultat, fügte es als neue Ebene in Illustrator hinzu und begann, die handgezeichneten Formen mit dem Pfad-Werkzeug nachzumalen.

Harmonizing the Shapes

Jetzt war der Gesamtumriss zwar recht gelungen, aber die nächste große Herausforderung war, die Hand als eigenständiges Element sichtbar zu machen. Denn die Äste wuchsen nun direkt aus den Fingern, so waren die Fingerspitzen nicht mehr zu sehen und dadurch die Hand kaum erkennbar. Ich brauchte also einen Kontrast zwischen Fingern und Ästen. Ich versuchte alles: Abstand, Farbe, Textur, Helligkeit. Nichts schien wirklich zu funktionieren, ich versuchte es mit Variationen und Kombinationen der Methoden, wie einem Schein um die Fingerkuppen oder gegenläufigen Farb- oder Helligkeitsverläufen, aber auch das funktionierte nicht wirklich. Glücklicherweise hatte ich die Möglichkeit eine zweite Meinung von Anika zu bekommen, was mir half, nicht ganz verrückt zu werden. Von Anfang an schien es mir die beste Lösung zu sein, einen Absatz zwischen Fingerkuppen und Ästen einzufügen, um die Formen möglichst einfach zu halten. Dadurch ging jedoch die Harmonie der Formen verloren. Nachdem ich eine weitere Nacht darüber geschlafen hatte, wurde mir dann endlich klar, was das Problem war. Es erschien, als ob die Hand eine Umrandung hatte, aber die Äste hatten keine. Also fügte ich ebenfalls einen Abstand zwischen den Ästen und den farbigen Blättern ein und siehe da: Die Harmonie war wieder hergestellt.

Spacing of Tree and Hand

Der letzte Schritt war es nun, die Farbverläufe hinzuzufügen und den Formen den letzten Schliff zu geben - man beachte die subtilen Unterschiede zwischen den Ästen in den untenstehenden Versionen. Für das Tüpfelchen auf dem i, minimierte ich dann noch die Anzahl der nötigen Pfade der Vektordatei, indem ich alle schwarzen Formen verband und die farbigen Blätter so zurecht schnitt, dass ich auf weiße Umrandungen verzichten konnte. Der allerletzte Schritt war es dann die Datei durch einen SVG Optimierer zu schicken um schlussendlich einen sehr leserlichen 21Kb langen SVG Code zu erhalten (warum Web Designer SVG benutzen sollten, ist hier zu lesen).

Finalizing Shapes and Colors

Was nun noch fehlte war eine schöne Typografie für das Logo. Nach kurzer Suche, entschied ich mich für die wunderbare geometrische sans-serif Schriftart Verlag von H&FJ, welche in 5 Stärken und 3 Weiten verfügbar ist. Ich empfand die „luftigere“ untere Seite des Logos mit einer dünneren Schrift nach und gab dem „of“ einen kleinen Schubs, um das Ganze etwas spielerischer zu machen. Das endgültige Resultat zusammen mit ein wenig Text, könnt ihr hier bewundern.

Dieses SVG Bild wird vermutlich nicht richtig dargestellt, weil du einen veralteten Browser benutzt (z.B. Internet Explorer 8 oder älter). Du solltest dringen in Betracht ziehen, einen neueren Browser zu verwenden! Der schnellste und modernste momentan erhältliche Browser ist Chrome, welchen du unter http://chrome.google.com herunter laden kannst.

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